A Travellerspoint blog

8. Tag

Heliflug zum Grand Canyon

overcast 19 °C

Heute war wieder etwas früher Tagwache. In diesem Hotel gibt es gratis Internet im Zimmer und so konnten wir unsere Mails abrufen und unseren Lieben nach Hause auch einige schreiben. Ich konnte mein Tagebuch etwas vervollständigen (also auch wieder auf den vergangenen Tagen etwas blättern) und einige Bilder hochladen.

Nach einem Kaffee im Zimmer aus der Kaffeemaschine, entdeckten wir in unserer Hotelhalle, dass es Übernacht Weihnachten geworden war. Die Handwerker waren gerade dabei, große Kränze mit roten Maschen in die Fenster zu hängen und einen riesigen Christbaum zu schmücken. Vor der Tür entschlossen wir uns, einen kurzen Spaziergang zum südlichsten Ende des Strip zu machen.

Hotel New York New York bei Tag

Hotel New York New York bei Tag

Vorbei am Hotel New York New York gelangten wir zum Excalibur. Auf Laufbändern wird man durch das Hotel transportiert. Zu viel Bewegung ist wohl ungesund.

Hotel Excalibur bei Tag

Hotel Excalibur bei Tag

Am Ende des Strip liegt der Hotelkomplex Luxor mit 4.408 Zimmern alle im ägyptischen Stil. Sehenswert ist die Architektur im Innern der schwarzen, 107 m hohen Glaspyramide, in der es alleine schon 2.500 Zimmer gibt, die man über 16 schräg verlaufende Aufzüge erreichen kann. Die Hotelauffahrt führt geradewegs in den Bauch der Sphinx. Dann gab es wieder einen Hürdenlauf zum Überqueren der Straße.

Hotel Luxor, Las Vegas

Hotel Luxor, Las Vegas

Da unser Busticket noch gültig war, entschlossen wir uns bis zum Hotel Circus Circus zu fahren und dort das Frühstücksbuffet zu genießen. Die Preise in Vegas sind in den letzten 8 Jahren seit meinem letzten Besuch enorm angestiegen. Aber dieses Buffet war sehr reichhaltig und leistbar. Über Eier und Speck, Kartoffel, Waffeln mit Erdbeeren und Schlag, Pancakes mit Ahornsirup und Donuts.

Danach hatte unser Busticket gerade noch Gültigkeit, dass wir bis zum Belagio zurückfahren konnten. Wer in Vegas ist, sollte es nicht versäumen, dort reinzuschauen, welche Kunstwerke die Gärtner anfertigen können. Das Hotel war mit Kürbissen aller Art dekoriert für den bevorstehenden Thanksgiving Day. Der Weg zum Hotel war von dort aus kurz. Wir konnten uns noch ein paar Stunden Ruhe gönnen, bevor wir beim Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht werden würden.

Hotel Belagio geschmückt für Thanksgiving Day

Hotel Belagio geschmückt für Thanksgiving Day

Unser Hubschrauberflug über Hoover Dam, Lake Mead und Grand Canyon sollte um 2:10 pm beginnen und dann so enden, dass wir über das nächtliche Las Vegas zurückfliegen würden. Pünktlich wurden wir auch abgeholt und zum McCarran International Airport gebracht, wo auch der Heliport untergebracht ist. Vorerst musste jeder auf die Waage, denn beim Hubschrauber zählt das mitgeführte Gewicht. Er muss genau austariert werden, um gut fliegen zu können. Da es im Helikopter keine Flugbegleiterin gibt, die die Sicherheitsvorkehrungen vorführen kann, wurde uns vor dem Abflug ein Film gezeigt, wie man sich in einer Notsituation verhalten soll. Dann wurden wir mittels verschieden färbiger Bänder in Gruppen zu jeweils sieben Personen eingeteilt.

Heli USA

Heli USA

Mit dem Kleinbus wurden wir auf das Flugfeld gebracht. Dort empfing uns ein netter, älterer Herr. Er verstand sogar ein bisschen Deutsch, da er während seines Militärdienstes in Deutschland stationiert gewesen war. Er machte die Sitzeinteilung. Auf dem Rückflug würde Peter vorne bei ihm sitzen. Dafür, dass er eigentlich gar nicht mit wollte, hatte er das große Los gezogen. Bevor wir einsteigen durften, mussten wir uns die Schwimmweste umschnallen, denn wir würden auch über Wasser fliegen. Zwei zueinander gewandte Sitzreihen befanden sich im Fonds des Helis. Dort bekam ich einen Fensterplatz zugewiesen.

Leider war das Wetter nicht so schön – zumindest hatten wir keinen strahlend blauen Himmel. Aber die Sicht nach unten war recht gut. Wir hatten alle noch einen Kopfhörer bekommen und konnten uns so trotz der starken Lärmentwicklung des Propellers miteinander verständigen. Der Pilot erklärte immer wieder wo wir seien. Dann lief ein Tonband mit Erklärungen auf Deutsch. Es war jedoch viel lustiger den Piloten zuzuhören, denn er erzählte immer wieder auch Anekdoten aus seinem Fliegerleben.

Schnell hatten wir die Stadt verlassen und flogen außerhalb über die Villenviertel. Dort wo bewässert wird, gibt es Leben und Grün, danach lag wieder die kahle Wüste unter uns. Die Berge erreichten auch eine beträchtliche Höhe. Angeblich leben hier auch Tiere. Bald erreichten wir das 885 km lange Ufer des Lake Mead. Der See ist das Ergebnis aus dem Aufstau des Colorado Rivers durch den Bau des Hoover Dams im Jahre 1936.

Lake Mead

Lake Mead

Die Staumauer hat eine Höhe von 221 m und eine Länge von 379 m. Mitten auf der Mauer verläuft die Grenze zwischen den Bundesstaaten Nevada und Arizona und auch die der Zeitzone. Bis zur Vollendung des Bypasses im Jahre 2010 war dies die einzige Möglichkeit in dieser Gegend den Colorado River zu überqueren.

Hoover Dam mit Bypass

Hoover Dam mit Bypass

Bald danach erreichten wir die steilen Abhänge des Grand Canyon und tief unten floss der Colorado River. Vor über 60 Millionen Jahren verschoben sich in diesem Gebiet zwei Erdplatten und der Fluss suchte sich einen neuen Weg. Über Jahrmillionen schnitt sich der Fluss immer durch die verschieden weichen und harten Gesteinsschichten nach unten. So kann man heute schön die verschiedenen Schichten unserer Erdkruste sehen. Einen besonders schönen Blick in die Tiefe des Canyons hat man vom neuerrichteten Skywalk aus, den wir auch vom Heli aus sahen. Viel aufregender jedoch war bestimmt unser Flug, der uns richtig tief in den Grand Canyon hinein bis zur Grand Canyon Ranch führte, wo aufgetankt werden musste.

Grand Canyon vom Heli aus

Grand Canyon vom Heli aus

Da das Wetter nicht so schön war, wurde es nach der Wiederaufnahme unseres Fluges schon etwas dämmrig. Die Sonne stand tief. Ich konnte mich nicht entscheiden, was röter leuchtete, der Lake Mead oder die Wolken am Himmel – ebenfalls ein selten schönes Naturschauspiel.

Sonnenuntergang im Canyonland

Sonnenuntergang im Canyonland

Das Lichtermeer der Stadt konnten wir schon von weitem sehen. Die großen Hotels überragten natürlich die Wohngebiete. Nur kurz dauerte der Flug vom Stratosphere Tower über den 6,8 Kilometer langen Strip zum Mandaly Bay Hotel, das gegenüber dem Flughafen liegt.

Vegas by night

Vegas by night

Wow! und nochmals wow! Einfach ein wunderschönes Erlebnis. Jeder Cent hat sich gelohnt. Wir waren etwa 1,5 Stunden mit dem Heli unterwegs. Nachdem wir die Schwimmwesten wieder abgelegt hatten, bestiegen wir den Bus, der uns ins Hotel zurückbrachte.

Unseren Abschlussabend in Vegas wollten wir mit einem guten Essen krönen. So genossen wir nochmals ein Steak. Einen Dollar hatte ich auch noch für den Automaten übrig, den ich im Namen meiner Mutter verspielte. So schnell sind die aufregenden Tage in der Spielerstadt Las Vegas vergangen.

Posted by FEgoesUSAwest 02:40 Archived in USA

7. Tag

Stadt der Spieler

sunny 16 °C

Heute ließen wir den Tag mal langsam beginnen und stellten keinen Wecker. Peter nahm die Gelegenheit wahr, wieder mal in Ruhe zu turnen, da er alleine im Zimmer mehr Platz dafür hatte. Wir gingen zum Subway und holten uns dort Sandwiches mit Eier und Speck und machten uns im Zimmer Tee bzw. Kaffee dazu. Frühstück im Bett ist auch mal ganz nett.

Beim Frühstücken kam die Obermeldung von Peter: „Ich möchte doch auf dem Hubschrauberflug mitkommen!“. Ich hätte doch wetten sollen. Ich wusste ja schon, dass ich die Wette gewinnen würde. Wir würden sehen, ob wir da noch was machen konnten. Danach gingen wir zur Rezeption. Neun Uhr vormittags und so viele Leute beim Ein- und Auschecken. Die Flieger kommen den ganzen Tag und die Nacht über an, so ist immer ein Kommen und Gehen. Wir buchten eine Show für den Abend und suchten dann den Ausgang zur Straße, der nur über das Casino führte.

Ziel war es, unsere Einkäufe heute zu erledigen. Gegenüber unserem Hotel wurden wir auf eine riesengroße Colaflasche aufmerksam. So besuchten wir ein Geschäft, das nur Artikel verkauft, die mit Cola zu tun haben. Das nächste Geschäft hatte sich auf M&Ms spezialisiert und so konnte auch Corinna’s Wunsch nach der Spezialsorte „Mint“ erledigt werden. Glück hatten wir auch im Reisebüro. Ein Platz im Hubschrauber war noch frei und Peter konnte, nachdem er seine Kreditkarte gezückt hatte, sich auf den Flug am nächsten Tag freuen.

M & M Store in Las Vegas

M & M Store in Las Vegas

Es ist eine eigene Wissenschaft, eine Busfahrkarte zu kaufen, aber mit der Hilfe von amerikanischen Touristen schafften wir es um 8 Dollar ein Ticket für 24 Stunden zu kaufen. Man muss genaues Geld haben, Wechselgeld gibt es nicht. Mit dem Expressbus fuhren wir in circa 30 Minuten North Bound, wo das große Outlet Center ist. Dort fanden wir sehr zum Leidwesen von Peter immer wieder ein Geschäft, in dem wir hofften etwas Interessantes zu entdecken. Die Bushaltestelle war leicht zu finden, denn gegenüber lagen die sehr modernen Gebäude im Regierungsviertel der Stadt. Als wir uns endlich in den Bus Richtung Süden setzen, waren einige Stunden vergangen.

Modernes Gebäude im Regierungsviertel der Stadt

Modernes Gebäude im Regierungsviertel der Stadt

Deshalb entschlossen wir uns, gleich im Planet Hollywood das Pasta Buffet zu uns zu nehmen. Ein Salat mit Ranch Dressing und Pasta so viel man essen will um 9,99 plus tax. Um die zu uns genommenen Kalorien wieder abzubauen, rannten wir fast ins Hotel Monte Carlo zurück. Viel Zeit hatten wir ohnehin nicht mehr. Umziehen, etwas Schminke und schon ging es wieder im Laufschritt zum Hotel gegenüber. Aber so leicht, wie man es sich vorstellt, ist es nicht, die Straße zu überqueren. Ein richtiger Hürdenlauf lag vor uns. Aber wir waren überpünktlich im großen KA Theater des MGM Grand, um uns die Vorstellung Cirqe du Soleil anzusehen.

Was uns erwartete, war ein unglaubliches Spektakel. Die meiste Zeit saß ich, glaube ich, mit offenem Mund und war einfach nur fasziniert davon, wie man die Schwerkraft auf der schiefen Ebene überwinden kann. Mit Lichteffekten wurde uns das Ertrinken der Zwillingsschwester vorgegaukelt. Ein großer Krieg lief vor unseren Augen ab. Jedoch wurde nie ganz das Gefühl außer acht gelassen, dass man sich ja eigentlich im Zirkus befand. Auf der Bühne war immer etwas los, Langweile konnte nicht aufkommen, wie in so manch anderem Theater.

Leider verging die Zeit viel zu schnell und es wurde wieder hell um uns herum. Nach der Vorstellung gab es noch einen Cocktail in der Rainforest Bar. Man kam sich vor wie mitten im Urwald. Peter nahm Platz auf einem Papagei, Margret kuschelte auf dem Hinterteil einer Giraffe und mein Hintern fand Platz auf einem Tiger- wie kann es sonst sein. Kurz bevor der Regen kam, verließen wir die Bar. Auf dem Strip liegen die meisten der großen und bekannten Hotels. Fotos von einigen bei Nacht möchte ich euch nicht vorenthalten.

Das Excalibur hat sich König Arthur und seine Tafelrunde zum Thema gemacht und Mittelalter wird in der großen Burg auch heute noch gelebt. Man kann speisen, wie die Raubritter oder aber auch Sushi essen, denn der Vormarsch und die Übernahme Las Vegas durch die Asiaten ist durchaus geglückt. In den 4.032 Zimmern ist genügend Platz.

Hotel Excalibur, Las Vegas

Hotel Excalibur, Las Vegas

Kehrt man dem Mittelalter den Rücken, befindet man sich in der modernen Großstadt New York. Vor einem tauchen die Freiheitsstatue, das Empire State Building und das Chrysler Gebäude auf – ein kleiner Vorgeschmack, auf das was noch kommen würde. Eine teuflische Achterbahn windet sich um die Bettenburg. Mir wird beim Anblick schon schlecht. Von Peter hörte ich schon zum dritten Mal (so oft waren wir nämlich schon gemeinsam in Vegas), dass er gerne mit der Bahn fahren würde, aber weiß der Teufel wieso er sich noch nie in das Ding gesetzt hat?

Hotel New York New York, Las Vegas

Hotel New York New York, Las Vegas

Endlich in unser Hotel zurückgekehrt, dachte ich, dass es an der Zeit sei, etwas Geld in einen der vielen Automaten zu stecken. Ich suchte mir einfach zum Spaß einen Banditen, auf dem man noch mit einem Cent spielen konnte. Dort investierte ich meinen Dollar (daran erkennt man wohl, dass ich so gar kein Spieler bin) und schnell setzte ich ihn in den Sand. Dann wurden auch Margret und Peter mutig. Peter investierte so wie ich auch einen Dollar und gewann scheinbar innerhalb von einigen Minuten wie er sagte 54 Dollar. Sofort druckte er seinen Gutschein aus. Er wollte seinen Gewinn in hochprozentigem Bereich anlegen. Irgendwie kam mir dies suspekt vor und ich betrachtete den Bon genauer. Ich erkannte auch sofort, wo der Hund begraben lag – im PUNKT. Vor der 54 war nämlich ein Punkt, was bedeutete, dass von Peter’s Dollar einfach nur noch 54 Cent übrig waren. Mit dem reich werden war wohl auch in Las Vegas nichts.

Posted by FEgoesUSAwest 02:39 Archived in USA

6. Tag

Im Tal des Todes

sunny 17 °C

Unser Körper hat sich noch immer nicht ganz an die Westküstenzeit angepasst. Wir wachten relativ früh auf. War aber auch gut so. Peter machte seine Morgengymnastik und Margret und ich waren schon fertig. So bleib uns etwas Zeit, durch die Anlage zu spazieren. Die Furnace Creek Ranch ist ein riesiges Anwesen auf einer künstlich angelegten Oase mitten in der Wüste. Der Golfplatz, der tiefgrün und von kahlen Wüstenbergen eingerahmt ist, lag vor der Terrassentür unseres Zimmers. Er ist übrigens der einzige auf der Welt, der unter dem Meeresspiegel liegt.

Golfplaz Furnace Creek Ranch

Golfplaz Furnace Creek Ranch

Auf der anderen Seite unseres Hotels lag der Reitstall. Wenn man über eine kleine Brücke auf der dritten Seite des Hotels ging, kam man zum Kinderspielplatz gefolgt vom Beachvolleyballplatz, Tennisplatz und dem Pool. Alles, was das Herz begehrt lag hier vor der Haustüre. Jetzt herrschten angenehme Temperaturen, aber im Sommer kann das Thermometer schon auf über 40 Grad klettern. Die heißeste je gemessene Temperatur betrug hier am 10. Juli 1913 56,7 Grad Celsius. Da wir schon unterwegs waren, konnten wir auch gleich vom General Store etwas für das Frühstück mitnehmen – für Peter einen Apfel und einen guten Kaffee und für uns ein Sandwich mit Roast Beef.

Furnace Creek Ranch, Oase im Death Valley

Furnace Creek Ranch, Oase im Death Valley

In Schaukelstühlen auf der Terrasse nahmen wir dann unser Breakfast ein. Wir konnten nicht allzu früh starten, denn das Postamt öffnet erst um 8:00 Uhr. Es ist immer recht schwierig in einer der größeren Städte das Postamt zu finden oder die Öffnungszeiten waren gerade so, dass es zu war, als wir ankamen. So nahmen wir hier die Gelegenheit war, gleich für alle Karten, die wir schreiben würden, Marken zu kaufen. Margret gab der Beamtin eine größere Bestellung auf und so musste sie die vierzig Marken erst aus dem Depot holen. Margret vermisste ihre Arbeit schon so sehr, dass sie die Marken klebte und auch gleich abstempelte, sehr zur Freude der Bediensteten.

Wir fuhren dann nochmals zum Zabriskie Point. Jetzt waren die Steindünen in ein schönes Morgenlicht getaucht. Peter und Margret mussten das Gebilde etwas erwandern. Wer wohl diese Schönheit hier geschaffen hat? Danke dafür. Während der Hochsaison reißt die Kette von Touristen, die auf den Aussichtshügel pilgern, den ganzen Tag über nicht ab. Wir hatten das große Glück, die skurrilen Gebilde fast alleine zu betrachten. Der Manly Beacon hat die Form eines Haifischzahns und kann sogar bestiegen werden.

Zabriskie Point, Death Valley

Zabriskie Point, Death Valley

Dann fuhren wir zum Hotel zurück, von wo aus die Straße durch das zweite Tal, das den Nationalpark durchzieht, führt. Nach 9 Kilometern waren wir an der Abzweigung zum Artist Drive angekommen. Was ich mich erinnerte konnte, mussten wir hier einer Bergstraße, die als Einbahnstraße geführt wird, ins Hinterland folgen. Das Wetter war wieder traumhaft schön. Das Gestein der kahlen Berge war bunt gefärbt, je nachdem, welches Mineral es im Laufe der Jahrhunderte durchflossen hatte – Eisenerz färbte rot, rosa und gelb, Mangan purpur bis violett und Kupfer grün – eben alles, was die Farbpalette eines großen Künstlers hergibt. Immer wieder hielten wir an, um ein Foto zu machen, weil bestimmt hier die schönste Stelle sei. Dabei fuhr man um die Biegung und noch Schöneres tat sich auf. Da man nicht auf den Gegenverkehr achten musste und auch hinter uns kein Auto nachkam, konnten wir direkt auf der Straße halten und sogar ein Foto von einem vorüberhuschenden Coyoten machen.

Artist Drive, Death Valley

Artist Drive, Death Valley

Nachdem wir 15 Kilometer lang in einem halbkreisförmigen Bogen gefahren waren, gelangten wir wieder auf die Hauptstraße durch den Park. Nur kurz blieben wir auf der asphaltierten Straße um dann über eine rumpelige Schotterpiste zum Devils Golf Course zu fahren. Hier sieht man am deutlichsten, wie die Erde aufbricht, wenn sie völlig ausgetrocknet ist und die Salze an die Erdoberfläche gelangen.

Devils Golf Course, Death Valley

Devils Golf Course, Death Valley

Im Tal des Todes fallen im Schnitt circa 33 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Das Death Valley entstand vor etwa 23 Millionen Jahren. Das Gebiet war einst von Meeren bedeckt. Durch das Heben und Falten der nordamerikanischen Platte floss das Wasser immer wieder ab und neue Täler füllten sich damit. Durch Wetterveränderungen und mit Hilfe der unbarmherzigen Sonne verdunstete das Wasser vor ca. 5.000 Jahren bis nur noch die heutigen Salzkrusten übrigblieben. Die weißen Felder, die wir sahen, waren also nicht von Schnee bedeckt, sondern durchgehende Salzkrusten. Badwater, das mitten in einer solchen Salzwüste liegt, ist mit 85,5 m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt der USA. Der höchste Punkt der USA ist der in Alaska gelegene 6.194 m hohe Mount Mc Kinley. Hier gibt es eine kleine, aber ungenießbare Wasserquelle, die dem Ort ihrem Namen gab.

Bad Waters, tiefste Stelle der USA

Bad Waters, tiefste Stelle der USA

Es war sehr beeindruckend hinter dem Schild Badwater Basin zu stehen und auf die Tafel auf dem gegenüberliegenden Felsen zu schauen, der den Meeresspiegel markiert. So viel Zeit musste auch noch sein, um einen kleinen Spaziergang über das weiße Salz zu machen. Gutes Schuhwerk ist von Vorteil, denn es kann ganz schön rutschig sein. Natürlich bleibt das Salz auch am Schuh kleben und Salzränder im Auto sind unvermeidbar. Schön war der Rückweg, denn man konnte sehen, wie sich die Berge im klaren Tümpel der Quelle spiegeln.

Als wir 1998 diese Stelle besuchten, war es wirklich nur ein Tümpel. Heute wandert man über Holzstege, um das Naturjuwel zu schützen. Früher ließ man sein Fahrzeug auch einfach am Straßenrand stehen. Heute steht ein gut ausgebauter Parkplatz zur Verfügung. Nachdem wir unsere Schuhe so gut wie möglich abgeputzt hatten, steigen wir in das Auto ein und fuhren weiter Richtung Parkausgang. Obwohl die Gegend so einsam und unwirtlich ist, begegneten uns auf der Straße Coyoten. Anscheinend werden sie von den vielen hier durchkommenden Touristen gefüttert und wagen sich daher an den Straßenrand. Wie kann sonst ein Lebewesen hier nur überleben?

Obwohl die Berge immer wieder ihre Farben wechselten und es schon immer mehr Vegetation gab, waren wir trotzdem froh, den Park verlassen zu können. Shoshone war der nächste Ort. Hier wollten wir eine späte Mittagspause machen. Laut Ortstafel hatte das Kaff 10 Einwohner und liegt auf einer Seehöhe von 1,57 m. In der Crowbar war ich schon beim letzten Besuch in dieser Gegend. Ich hoffte, dass sie noch genauso urig wäre. Und tatsächlich – alles noch beim Alten. Unsere Coke wurde in alten Einmachgläsern serviert. Man zahlt eine und bekommt so viel Nachschlag, wie man will. Das Essen war köstlich und die Portionen so groß, dass ich mir mit Margret leicht das Clubsandwich mit Pommes teilen konnte. Peter’s Chef Salad war auch riesig. Endlich ging auch ein großer Wunsch von mir in Erfüllung: Essen am Tresen im Diner, wie im Film!

Crowbar, Shoshone

Crowbar, Shoshone

Nach dem Essen gingen wir noch dorthin, wo Cowgirl draufstand und Peter ging für kleine Cowboys. Denn wir würden wieder eine Backroad nehmen und uns für eine Stunde von der Zivilisation verabschieden. Auf der 178 West, dem Charles Brown Highway, überquerten wir dann die Grenze zwischen California und Nevada, dem Staat, in dem alle Laster erlaubt seien. Der Jusha Tree begleitete uns ein Stück des Weges und sein sattes Grün tat dem Auge wohl.

In Pahrump machten wir noch einmal Halt. Dort gab es sehr billiges Benzin. Wer weiß, wie hoch die Preise in der Stadt wieder sein würden. Ich musste auch Margret in die Tankstelle hinein holen. Hier herrschen einfach wirklich andere Sitten. Sie war erstaunt, als sie die ganzen Spielautomaten sah. Da Las Vegas in einem geschützten Becken, umgeben von Bergen liegt, kann man die Stadt schon kilometerweit sehen. Ich freute mich schon auf das lustige Treiben. Allerdings wollte Margret nicht auf den mehrspurigen Highway in die Stadt einfahren. So übernahm ich wieder das Steuer und sie bediente unsere Suzie. Die Gegend hatte sich ganz schön geändert. Vor acht Jahren gab es noch keine Vorstadt. Heute reihten sich zahlreiche Reihenhaussiedlungen an schöne Einfamilenhäuser. Anscheinend haben sich die Bediensteten der vielen Casinos eine eigene Wohnstadt gebaut.

Das Monte Carlo, in dem wir drei Nächte gebucht hatten, sah ich schon von Weitem. Natürlich auch die anderen berühmten Casinos. Da kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Wir fuhren wieder vor dem Haupteingang des Hotels vor, wie es sich für noble Gäste gehört und ließen das Auto parken. Die Reihe an der Rezeption war mittellang. Hier kann 24 Stunden am Tag eingecheckt werden. Schnell hatten wir die Schlüssel für unsere zwei Zimmer mit Durchgangstüre. Zur Begrüßung gab es einen Apero. Aber dann ging es gleich los mit der Erkundung des Hotels. Das Monte Carlo ist überschaubar. Zwölf Lifte liegen zwischen den Flügeln mit 2.841 Zimmern. Das Hotel beherbergt also die Einwohner einer Kleinstadt.

Hotel Monte Carlo, Las Vegas

Hotel Monte Carlo, Las Vegas

Natürlich gab es eine große Anzahl an Spielautomaten, an die man vorbei musste, um zum Ausgang zu gelangen. Der Eine oder Andere bleibt schon hier hängen mit seinem Koffer, bevor er überhaupt zur Rezeption gelangt. Da es draußen schon dunkel war, wollten wir ein bisschen das Lichterspektakel ansehen. Wir hatten Glück und konnten gleich mal den tanzenden Brunner vor dem Belagio bewundern. Die Wasser-Lichter-Show findet zur vollen und halben Stunde am großen Brunnen vor dem schönsten Hotel von Las Vegas statt.

Tanzender Brunner vor dem Belagio, Las Vegas

Tanzender Brunner vor dem Belagio, Las Vegas

Wir machten noch eine große Runde durch die Stadt, bevor wir ein passendes Lokal zum Abendessen gefunden hatten. Die großen, günstigen Buffets gibt es nicht mehr in Las Vegas. Anscheinend lassen die Spieler zu wenig Geld in der Stadt. Gegenüber unserem Hotel fanden wir eine Bude, wo wir einen Hubschrauberrundflug in den Grand Canyon buchen konnten. Den wollten wir nicht versäumen. Für den Nachmittagsflug waren noch Plätze frei. Wir würden dann den Sonnenuntergang erleben und das Lichterspiel an Strip. Margret und ich waren sofort begeistert. Peter wollte nicht mitkommen. Mit Kreditkarte zahlten wir US$ 70,00 an. Der Rest würde bei Antritt der Reise fällig. Etwas worauf wir uns freuen konnten. Danach konnten wir uns an den Lichtern fast nicht sattsehen, aber irgendwann entschlossen wir uns doch, ins Hotel zurückzukehren und uns zu Bett zu legen.

Posted by FEgoesUSAwest 02:37 Archived in USA

5. Tag

Spaß in der Geisterstadt

sunny 19 °C

Heute gibt es im Hotel ein kleines Frühstück, das inkludiert ist. Tee und Kaffee gab es in der Lobby. Dazu konnte man etwas Süßes essen – Plunderteiggebäck oder Muffins. Um etwas Zeit zu sparen, hatte ich meinen Koffer schon mit nach unten genommen. Während Margret und Peter die anderen Sachen holen würden, wollte ich schon auschecken und das Auto holen lassen. Als sie kamen mussten wir nur noch alles ins Auto verladen und ab ging die Post. Der freundliche Herr, der mir das Auto nach Übergabe meiner Bestätigung ausfolgte, sagte mir noch, wie ich am schnellsten zur Autobahnauffahrt kommen würde. Suzie brauchte immer ein paar Minuten, um sich zu orientieren.

Dieser Tag sollte nur der Anreise ins 490 Kilometer entfernte Death Valley dienen. Vorerst herrschte wieder starkes Verkehrsaufkommen auf dem mehrspurigen Highway. Santa Monica ist ja ein Vorort der Millionenstadt Los Angeles. Daher hatten wir auch die modernen Hochhäuser des Stadtzentrums fast vor uns. Unmittelbar vor dem Zentrum bogen wir auf die Interstate 15 North ab und umfuhren so die Stadt. San Bernhardino würde noch als kleinere Stadt folgen. Dann würde es aber auf etwa 200 Kilometer Strecke durch die Mojave Wüste keine größere Ansiedlung mehr geben. Die Landschaft war kahl – wüstenhaft. Immer wieder sah man in der Ferne Eisenbahnschienen. Züge verkehrten hier in regelmäßigen Abständen.

Im ersten und sozusagen einzigen größeren Ort auf der Strecke ins Death Valley machten wir halt. Auf jeden Fall mussten wir das Auto auftanken und unser Magen rührte sich auch wieder. Neben der Tankstelle gab es einen Big Bob – was auch immer das für eine Kette ist. Dort bot man ein Frühstücksbuffet zu einem vernünftigen Preis an. Schnell stürzten wir uns auf die leckeren Sachen, denn das Angebot gab es nur bis 10:00 Uhr. Eier und Speck, Hashbrowns (Röstkartoffel), Würstchen, Obst und natürlich Pancakes mit Ahornsirup. Tee und Kaffee gab es auch so viel man wollte.

Frühstück in Barstow

Frühstück in Barstow

Schon bei der Autobahnabfahrt war mir ein LKW-Parkplatz aufgefallen. Bevor wir wieder auffuhren, wollte ich diesen besuchen. Unterwegs schon waren uns die schön geputzten Trucks aufgefallen und wenn wir die Chance hätten, einen näher zu betrachten, dann würde ein großer Wunsch in Erfüllung gehen. Wir blieben auf dem Parkplatz stehen und begannen Fotos von den Prachtstücken zu machen. Einer der Truckfahrer war gerade ausgestiegen und er fragte, ob er uns helfen könne. Gerne würden wir einmal einen Blick in ein solches Fahrzeug werfen, gab ich ihm zur Antwort. Ross nahm uns mit in den roten Truck der Firma Zimmerman. Er entschuldigte sich noch für die herrschende Unordnung, von der wir allerdings nichts bemerkten.

Truckparkplatz in Barstow

Truckparkplatz in Barstow

Ross war von Pennsylvanien. Von der Ostküste quer durch das Land war er bereits seit 14 Tagen unterwegs. Er stammt aus einer LKW-Fahrerdynastie. Bereits sein Vater und sein Großvater waren Truckdrivers gewesen. Der LKW gehöre nicht ihm, sondern einer kleinen Firma. Dort könne man noch richtig gut Geld verdienen. Ewig wollte er es aber nicht machen, denn er sei verheiratet und wolle auch mal Kinder haben. Er ließ uns sogar in seine riesengroße, private Kabine, in der ein großes Doppelbett, Kühlschrank, ein kleiner Herd und Fernseher untergebracht waren. Er wohnt unterwegs hier drinnen. Nur zum Duschen bleibt er an solchen Trucksstops wie der heutigen stehen.

Nachdem wir uns nochmals bei Ross bedankt hatten, stiegen wir in unseren Kleinwagen ein und setzten die kurze Fahrt nach Yermo fort. Dort mussten wir von der Autobahn abfahren und drei Meilen auf der Landstraße nach Calico fahren. Seit 1881 wurde hier Silber und Borax abgebaut, sogar so viel, dass es zu einem Preisverfall führte. Deshalb wurden die Mienen geschlossen und die über 4.000 Einwohner verließen diese Stadt Mitten in der Wüste. 1951 verwandelte man das, was von der Stadt übrig war, in eine Art Freilichtmuseum. Der Eintritt kostet US $ 6,00.

Calico Ghost Town

Calico Ghost Town

Hinter den alten Fassaden der Western Stadt sind zum Großteil Souvenirläden untergebracht. Es gibt aber auch einen Saloon und ein Hotel, wo wohl niemand übernachte wollte. Tim’s Haus ist allerdings das interessanteste in der Stadt. Der alte Mann hatte zwei verschieden lange Beine. Um dieses Handycap etwas auszugleichen, baute er viele schiefe Ebenen in sein Haus ein. Für uns, mit normalen Beinen, wirkte sich das fatal aus. Wasser konnte in Rinnen hineingeschüttet werden und es rann aufwärts. Auf einer scheinbar geraden Ebene stand nicht nur der Besen, sondern auch der Sherif, der gleichzeitig als Führer durch das Haus fungierte, schief. Wenn man sich einmal in Tim’s Sessel niedergelassen hatte, ließen einem die Geister fast nicht mehr aufstehen. Ebenfalls ist es eine spaßige Angelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. (Eintritt US$ 2,00, ist aber jeden Cent wert)

Calico Sherif mit schiefem Besen

Calico Sherif mit schiefem Besen

Von hier aus geht es dann in die Einsamkeit der Mojave Wüste, an deren Nordende der unwirtlichste Platz der USA liegt – Badwaters im Tal des Todes. Die Straße führte fast immer geradeaus und man sah auch meilenweit die Strecke, die noch vor uns lag. Das einzig Interessante waren noch die Staubwolken, die von den Quads aufgewirbelt wurden, die ihren Runden neuerdings in großen Gruppen durch den Sand ziehen.

Straße durch die Mojave Wüste

Straße durch die Mojave Wüste

Magret sagte immer: „Hier gibt es Nichts.“ Dann: „Hier gibt es weniger als Nichts“. Und zum Schluss, als sie schon glaubte, dass es keine Steigerung mehr gegen könnte: „Hier gibt es gar Nichts mehr“.

„Nichts“ in der Mojave Wüste

„Nichts“ in der Mojave Wüste

Über Shoshone und Death Valley Junction erreichten wir den Eingang zum Death Valley Nationalpark. Eigentlich wollten wir hier die „America the Beautiful Pass“ um US$ 80,00 kaufen. Als wir zur Mautstelle kamen, war niemand da, außer ein Ticketautomat. Als ich Geld einwerfen wollte, kam die freudige Mitteilung, dass wegen des heutigen Feiertages (Verterans Day) der Park bei freiem Eintritt befahren werden könnte. So setzten wir unsere Fahrt fort, denn wir wollten bei Sonnenuntergang am Zabriskie Point sein, einem der schönsten Aussichtspunkte im Park.
Gerade als die Sonne beim unter gehen war, erreichten wir den Parkplatz. Schnell stellten wir unser Auto ab und gingen auf den Hügel hinauf, um die Aussicht auf die wunderschön geformten Steingebilde zu genießen. Leider waren wir gerade einige Minuten zu spät angekommen, sodass wirklich nur die höchsten Gipfel im Abendrot hell erleuchtet waren. Eine Dame mit großem Teleobjektiv stand wartend da. Ich fragte sie, ob sie wisse, ab wann das Licht am Morgen gut sei. Die nächste Tagesetappe sei nicht so lang und da es bis ins Hotel nicht mehr sehr weit war, könnten wir am nächsten Morgen nochmals unser Glück versuchen.

Zabriskie Point, Death Valley, bei Sonnenuntergang

Zabriskie Point, Death Valley, bei Sonnenuntergang

Nach kurzer Fahrt gelangten wir in die Furnace Creek Ranch, eine Oase mitten im Tal des Todes. Das Hotel ist von Palmen umgeben und es gibt sogar Thermalquellen. Schnell zogen wir unsere Badeanzüge an. Da wir keinen Bademantel hatten, zogen wir einfach unsere Winterjacken über und ließen uns dann in das warme Wasser gleiten und genossen einfach.
Danach gab es natürlich etwas zu essen und zu trinken und viel Spaß.

Posted by FEgoesUSAwest 02:36 Archived in USA

4. Tag

Grandiose Küstenstraße - Highway 1

sunny 19 °C

In unserer Lodge, der deutschen Art mit viel Holz, Hirschgeweihen und Blümchentapeten kam man sich eher vor, als wie auf der Alm. Unser Apartment lag auf der hinteren Seite raus Richtung Berge. Viele Urlauber gehen hier wandern und fischen. Auf der anderen Seite des Hotels liegt das Meer. Der stürmische und eher kalte Pazifik lädt allerdings nicht zum Baden ein. Dafür ist hier ein Paradies für Surfer. Das Hotel war relativ gut belegt – wohl auch wegen des bevorstehenden Thanksgivings-Wochenendes.

Nach einem ausgiebigen und sogar inkludierten (was ganz selten ist in den USA) Frühstücksbuffet im Haupthaus starteten wir wieder Richtung Süden der Küste entlang. Carmel ist ein netter, etwas verschlafender Ort, der zum Großteil unter Denkmalschutz steht. Hier war der Schauspieler Clint Eastwood ab 1985 einige Jahre Bürgermeister. Auch die Schauspielerin Doris Day hat sich hier niedergelassen. Deshalb kostet das Benzin auch viel mehr als im benachbarten Ort. Denn dort empfahl uns der Mann an der Rezeption zu tanken.

Kurz vor Morro Bay hatten wir schon einen schönen Blick auf einen Vulkankegel, der 176 m aus dem Pazifik ragt. Irgendwie erinnerte es mich an den Blick auf San Angelo auf der Insel Ischia. Das Wetter und der Strand waren so einladend, dass wir uns kurzerhand entschlossen, einen Spaziergang zu machen. Schließlich brauchte ich auch wieder eine Muschel als Andenken zur Füllung meiner Goldfischkugel zu Hause. Die Bewegung tat gut. Einziger Nachteil: der weiße, feine Sand drang in alle Schlitze meines offenen Schuhes ein. Zu Hause kann ich dann noch singen: Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Morro Bay.

Strandspaziergang Morro Bay

Strandspaziergang Morro Bay

Danach hatten nicht nur wir, sondern auch unser Auto Durst. Da die Entfernungen zwischen den Tankstellen immer relativ groß sind, ist man gut beraten, immer einen vollen Tank zu haben. Das Benzin in den USA ist noch immer relativ billig. Für 10,14 Gallonen habe ich 44,00 US $ bezahlt. Eine Gallone sind 3,79 Liter. 44 US Dollar sind umgerechnet 33,65 Euro. Somit hat 1 Liter Benzin 0,88 Euro gekostet und an der Küste haben wir teuer getankt. Im Landesinneren ist es noch um etliche Cent billiger.

Tanken in USA

Tanken in USA

Der Highway 1 windet sich im Zickzack vorbei an Solvang und der Vandenberg Air Force Base nach Lompoc. Da es in Lompoc ein Einkaufszentrum gab, blieben wir stehen, um Vorräte zu kaufen. Dort hoffte ich auch ein Fotogeschäft zu finden, in dem mir jemand mit meiner immer noch maroden Kamera hätte helfen können. Niemand kannte sich aus. So würde ich mich schön langsam mit dem Gedanken anfreunden müssen, einen Ersatz zu kaufen. Die Auswahl war allerdings nicht groß und so entschloss ich mich, mit dem Kauf bis am Abend zu warten. Santa Monica ist immerhin ein Vorort der Millionenstadt Los Angeles.

Suzie wollte uns dann über den Highway 1 South weiter nach Los Angeles schicken. Überall standen allerdings Hinweisschilder auf die Historic Route 1 South. So zwangen wir Suzie in die Knie und hielten uns einfach nach den Schildern, was sich als Goldrichtig herausstellte. So fuhren wir weiterhin im Hinterland auf der Landstraße und teilweise entlang des Meeres. Die Landschaft wechselte ständig. Mal gab es Sanddünen zu beiden Seiten der Straße, mal saftige Wiesen mit vielen Kühen. Als wir Ventura County, das etwa 60 km nördlich von Los Angeles liegt, erreichten, fanden wir mit Plastikfolie zugedeckte Felder vor. Natürlich bin ich sehr neugierig und wir blieben stehen, um festzustellen, was hier angebaut wird.

Erdbeerfelder in Ventura County

Erdbeerfelder in Ventura County

Welch freudige Überraschung! Erdbeeren soweit man sehen konnte. Wie ich später beim Googeln herausfand, lebt dieser Teil der USA hauptsächlich von der Landwirtschaft. Wir legten viele Kilometer mit dem Auto zurück, immer begleitet von riesigen Erdbeerfeldern. Drei Mal kann hier geerntet werden und laut Wikipedia beträgt der jährliche Erlös aus dem Verkauf von Erdbeeren 297,9 Millionen US Dollar. Außerdem sah man schon einige reife Orangen und Zitronen von den Bäumen hängen. Zitrusfrüchte und Avocados werden von hier aus hauptsächlich nach Japan und in die EU exportiert. Auch habe ich einen Bericht vom Berliner Großgemüsemarkt gelesen, wo auch kalifornische Erdbeeren per Flugzeug für den Verkauf eingeführt werden.

Mein Plan war es gewesen, entlang des Meeres nach Santa Monica einzufahren. Ich wollte unbedingt einmal in Malibu gewesen sein. Entlang der Straße sah man viele „Gyms“, wir würden sie eher Fitness Studios nennen. Eigentlich wollte ich hier irgendwo zum Strand und dort am besten ein wenig „abhängen“, einen Cocktail trinken und wenn ich rauchen würde, mir eine anzünden und was es sonst noch Verruchtes gäbe – das Typische halt, was einem so in den Filmen vorgegaukelt wird. Das sollte wohl nicht sein. Die schönen Strände sind alle abgesperrt und man muss einen hohen Eintrittspreis bezahlen. Den armen Peter ließen sie nicht mal den Restroom benützen und in diesem stark bewohnten Gebiet konnte er es auch nicht riskieren, einfach hinter eine Staude zu verschwinden. Sofort könnte man wegen sexueller Belästigung angeklagt werden. Deshalb suchten wir ein Hotel auf, wo es in der Lobby eine Möglichkeit zur Entleerung gab.

Villen mit Meerblick, Malibu

Villen mit Meerblick, Malibu

Wieder wollte uns Suzie auf den 3-spurigen Highway schicken, obwohl die tollen Villen uns von den Hängen herunter anlachten. Und wieder missachteten wir Suzie’s Anweisungen und zogen es vor, auf einer schmalen Bergstraße die Welt der Reichen zu erkunden. Zwischen Malibu und Santa Monica befand sich eine sehr vornehme Wohngegend. Ein Haus war toller als das andere. Doch irgendwann hatten auch wir von so viel Luxus genug und folgten dem Highway in die Stadt hinein. Unser Hotel lag in der Nähe des Santa Monica Piers.

Suzie leitete uns auf den Broadway, auf dem das Hotel Carmel By The Sea liegt. Das Hotel hatten wir dann auch bald gefunden, doch der Eingang lag ums Eck und kein Parkplatz weit und breit. Deshalb war ich auch sehr froh, das Schild vom Valet Parking zu sehen. So luden wir nur unser Koffer, Rucksäcke und die vielen Einkaufssäcke aus. Der Page musste sich gedacht haben, dass die Zigeuner ankommen. An der Front Desk fand wieder die übliche Routine statt, Voucher vorlegen und dafür Zimmerkarten erhalten. Ich fragte auch gleich, ob es in der Nähe ein Fotogeschäft geben würde.

Nachdem wir uns im Zimmer aklimatisiert hatten, machten wir uns auf dem Weg ins Fotogeschäft. Leider wusste der Verkäufer auch nicht, wieso sich der Auslöser nicht betätigen lies. Auch hier hatten sie keine Riesenauswahl an Fotoapparaten, aber da ich mir schon immer einen kleinen zum Einstecken kaufen wollte, entschloss ich mich doch eine Canon mit wenigsten 10-fach Zoom zu einem auch in Österreich üblichen Preis zu kaufen. Gleich wurden die Batterien geladen und die Speicherkarte getauscht.

So gerüstet, spazierten wir durch die nächtliche Fußgängerzone. Sie war mit vielen Lichtern beleuchtet. Straßenmusikanten gab es an jeder Ecke. Hier fand buntes Treiben statt. Da wir seit dem Frühstück nichts mehr zu essen hatten, knurrte unser Magen schon lautstark. Nach einigen Fehlversuchen fanden wir ein für alle passendes Lokal. Das Essen war herrlich. Leider wurde uns ein Tisch an einer sehr zugigen Stelle zugewiesen und so entschlossen wir uns, gleich nach dem Essen das Weite zu suchen und uns an unseren frisch gekauften Vorräten im Hotelzimmer zu erfreuen. Leider war es einfach zu spät für einen Spaziergang über den berühmten Pier von Santa Monica.

Bei meiner nächsten Reise in die Staaten darf ich auf keinen Fall vergessen, eine Leiter mitzunehmen. Alle Betten in USA sind sehr hoch, doch dieses schlug alle. Was noch zu bemerken wäre: Alle Matratzen waren sehr gut und luden direkt zum Schlafen ein.

Posted by FEgoesUSAwest 02:35 Archived in USA

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