A Travellerspoint blog

5. Tag

Spaß in der Geisterstadt

sunny 19 °C

Heute gibt es im Hotel ein kleines Frühstück, das inkludiert ist. Tee und Kaffee gab es in der Lobby. Dazu konnte man etwas Süßes essen – Plunderteiggebäck oder Muffins. Um etwas Zeit zu sparen, hatte ich meinen Koffer schon mit nach unten genommen. Während Margret und Peter die anderen Sachen holen würden, wollte ich schon auschecken und das Auto holen lassen. Als sie kamen mussten wir nur noch alles ins Auto verladen und ab ging die Post. Der freundliche Herr, der mir das Auto nach Übergabe meiner Bestätigung ausfolgte, sagte mir noch, wie ich am schnellsten zur Autobahnauffahrt kommen würde. Suzie brauchte immer ein paar Minuten, um sich zu orientieren.

Dieser Tag sollte nur der Anreise ins 490 Kilometer entfernte Death Valley dienen. Vorerst herrschte wieder starkes Verkehrsaufkommen auf dem mehrspurigen Highway. Santa Monica ist ja ein Vorort der Millionenstadt Los Angeles. Daher hatten wir auch die modernen Hochhäuser des Stadtzentrums fast vor uns. Unmittelbar vor dem Zentrum bogen wir auf die Interstate 15 North ab und umfuhren so die Stadt. San Bernhardino würde noch als kleinere Stadt folgen. Dann würde es aber auf etwa 200 Kilometer Strecke durch die Mojave Wüste keine größere Ansiedlung mehr geben. Die Landschaft war kahl – wüstenhaft. Immer wieder sah man in der Ferne Eisenbahnschienen. Züge verkehrten hier in regelmäßigen Abständen.

Im ersten und sozusagen einzigen größeren Ort auf der Strecke ins Death Valley machten wir halt. Auf jeden Fall mussten wir das Auto auftanken und unser Magen rührte sich auch wieder. Neben der Tankstelle gab es einen Big Bob – was auch immer das für eine Kette ist. Dort bot man ein Frühstücksbuffet zu einem vernünftigen Preis an. Schnell stürzten wir uns auf die leckeren Sachen, denn das Angebot gab es nur bis 10:00 Uhr. Eier und Speck, Hashbrowns (Röstkartoffel), Würstchen, Obst und natürlich Pancakes mit Ahornsirup. Tee und Kaffee gab es auch so viel man wollte.

Frühstück in Barstow

Frühstück in Barstow

Schon bei der Autobahnabfahrt war mir ein LKW-Parkplatz aufgefallen. Bevor wir wieder auffuhren, wollte ich diesen besuchen. Unterwegs schon waren uns die schön geputzten Trucks aufgefallen und wenn wir die Chance hätten, einen näher zu betrachten, dann würde ein großer Wunsch in Erfüllung gehen. Wir blieben auf dem Parkplatz stehen und begannen Fotos von den Prachtstücken zu machen. Einer der Truckfahrer war gerade ausgestiegen und er fragte, ob er uns helfen könne. Gerne würden wir einmal einen Blick in ein solches Fahrzeug werfen, gab ich ihm zur Antwort. Ross nahm uns mit in den roten Truck der Firma Zimmerman. Er entschuldigte sich noch für die herrschende Unordnung, von der wir allerdings nichts bemerkten.

Truckparkplatz in Barstow

Truckparkplatz in Barstow

Ross war von Pennsylvanien. Von der Ostküste quer durch das Land war er bereits seit 14 Tagen unterwegs. Er stammt aus einer LKW-Fahrerdynastie. Bereits sein Vater und sein Großvater waren Truckdrivers gewesen. Der LKW gehöre nicht ihm, sondern einer kleinen Firma. Dort könne man noch richtig gut Geld verdienen. Ewig wollte er es aber nicht machen, denn er sei verheiratet und wolle auch mal Kinder haben. Er ließ uns sogar in seine riesengroße, private Kabine, in der ein großes Doppelbett, Kühlschrank, ein kleiner Herd und Fernseher untergebracht waren. Er wohnt unterwegs hier drinnen. Nur zum Duschen bleibt er an solchen Trucksstops wie der heutigen stehen.

Nachdem wir uns nochmals bei Ross bedankt hatten, stiegen wir in unseren Kleinwagen ein und setzten die kurze Fahrt nach Yermo fort. Dort mussten wir von der Autobahn abfahren und drei Meilen auf der Landstraße nach Calico fahren. Seit 1881 wurde hier Silber und Borax abgebaut, sogar so viel, dass es zu einem Preisverfall führte. Deshalb wurden die Mienen geschlossen und die über 4.000 Einwohner verließen diese Stadt Mitten in der Wüste. 1951 verwandelte man das, was von der Stadt übrig war, in eine Art Freilichtmuseum. Der Eintritt kostet US $ 6,00.

Calico Ghost Town

Calico Ghost Town

Hinter den alten Fassaden der Western Stadt sind zum Großteil Souvenirläden untergebracht. Es gibt aber auch einen Saloon und ein Hotel, wo wohl niemand übernachte wollte. Tim’s Haus ist allerdings das interessanteste in der Stadt. Der alte Mann hatte zwei verschieden lange Beine. Um dieses Handycap etwas auszugleichen, baute er viele schiefe Ebenen in sein Haus ein. Für uns, mit normalen Beinen, wirkte sich das fatal aus. Wasser konnte in Rinnen hineingeschüttet werden und es rann aufwärts. Auf einer scheinbar geraden Ebene stand nicht nur der Besen, sondern auch der Sherif, der gleichzeitig als Führer durch das Haus fungierte, schief. Wenn man sich einmal in Tim’s Sessel niedergelassen hatte, ließen einem die Geister fast nicht mehr aufstehen. Ebenfalls ist es eine spaßige Angelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. (Eintritt US$ 2,00, ist aber jeden Cent wert)

Calico Sherif mit schiefem Besen

Calico Sherif mit schiefem Besen

Von hier aus geht es dann in die Einsamkeit der Mojave Wüste, an deren Nordende der unwirtlichste Platz der USA liegt – Badwaters im Tal des Todes. Die Straße führte fast immer geradeaus und man sah auch meilenweit die Strecke, die noch vor uns lag. Das einzig Interessante waren noch die Staubwolken, die von den Quads aufgewirbelt wurden, die ihren Runden neuerdings in großen Gruppen durch den Sand ziehen.

Straße durch die Mojave Wüste

Straße durch die Mojave Wüste

Magret sagte immer: „Hier gibt es Nichts.“ Dann: „Hier gibt es weniger als Nichts“. Und zum Schluss, als sie schon glaubte, dass es keine Steigerung mehr gegen könnte: „Hier gibt es gar Nichts mehr“.

„Nichts“ in der Mojave Wüste

„Nichts“ in der Mojave Wüste

Über Shoshone und Death Valley Junction erreichten wir den Eingang zum Death Valley Nationalpark. Eigentlich wollten wir hier die „America the Beautiful Pass“ um US$ 80,00 kaufen. Als wir zur Mautstelle kamen, war niemand da, außer ein Ticketautomat. Als ich Geld einwerfen wollte, kam die freudige Mitteilung, dass wegen des heutigen Feiertages (Verterans Day) der Park bei freiem Eintritt befahren werden könnte. So setzten wir unsere Fahrt fort, denn wir wollten bei Sonnenuntergang am Zabriskie Point sein, einem der schönsten Aussichtspunkte im Park.
Gerade als die Sonne beim unter gehen war, erreichten wir den Parkplatz. Schnell stellten wir unser Auto ab und gingen auf den Hügel hinauf, um die Aussicht auf die wunderschön geformten Steingebilde zu genießen. Leider waren wir gerade einige Minuten zu spät angekommen, sodass wirklich nur die höchsten Gipfel im Abendrot hell erleuchtet waren. Eine Dame mit großem Teleobjektiv stand wartend da. Ich fragte sie, ob sie wisse, ab wann das Licht am Morgen gut sei. Die nächste Tagesetappe sei nicht so lang und da es bis ins Hotel nicht mehr sehr weit war, könnten wir am nächsten Morgen nochmals unser Glück versuchen.

Zabriskie Point, Death Valley, bei Sonnenuntergang

Zabriskie Point, Death Valley, bei Sonnenuntergang

Nach kurzer Fahrt gelangten wir in die Furnace Creek Ranch, eine Oase mitten im Tal des Todes. Das Hotel ist von Palmen umgeben und es gibt sogar Thermalquellen. Schnell zogen wir unsere Badeanzüge an. Da wir keinen Bademantel hatten, zogen wir einfach unsere Winterjacken über und ließen uns dann in das warme Wasser gleiten und genossen einfach.
Danach gab es natürlich etwas zu essen und zu trinken und viel Spaß.

Posted by FEgoesUSAwest 02:36 Archived in USA

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