A Travellerspoint blog

4. Tag

Grandiose Küstenstraße - Highway 1

sunny 19 °C

In unserer Lodge, der deutschen Art mit viel Holz, Hirschgeweihen und Blümchentapeten kam man sich eher vor, als wie auf der Alm. Unser Apartment lag auf der hinteren Seite raus Richtung Berge. Viele Urlauber gehen hier wandern und fischen. Auf der anderen Seite des Hotels liegt das Meer. Der stürmische und eher kalte Pazifik lädt allerdings nicht zum Baden ein. Dafür ist hier ein Paradies für Surfer. Das Hotel war relativ gut belegt – wohl auch wegen des bevorstehenden Thanksgivings-Wochenendes.

Nach einem ausgiebigen und sogar inkludierten (was ganz selten ist in den USA) Frühstücksbuffet im Haupthaus starteten wir wieder Richtung Süden der Küste entlang. Carmel ist ein netter, etwas verschlafender Ort, der zum Großteil unter Denkmalschutz steht. Hier war der Schauspieler Clint Eastwood ab 1985 einige Jahre Bürgermeister. Auch die Schauspielerin Doris Day hat sich hier niedergelassen. Deshalb kostet das Benzin auch viel mehr als im benachbarten Ort. Denn dort empfahl uns der Mann an der Rezeption zu tanken.

Kurz vor Morro Bay hatten wir schon einen schönen Blick auf einen Vulkankegel, der 176 m aus dem Pazifik ragt. Irgendwie erinnerte es mich an den Blick auf San Angelo auf der Insel Ischia. Das Wetter und der Strand waren so einladend, dass wir uns kurzerhand entschlossen, einen Spaziergang zu machen. Schließlich brauchte ich auch wieder eine Muschel als Andenken zur Füllung meiner Goldfischkugel zu Hause. Die Bewegung tat gut. Einziger Nachteil: der weiße, feine Sand drang in alle Schlitze meines offenen Schuhes ein. Zu Hause kann ich dann noch singen: Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Morro Bay.

Strandspaziergang Morro Bay

Strandspaziergang Morro Bay

Danach hatten nicht nur wir, sondern auch unser Auto Durst. Da die Entfernungen zwischen den Tankstellen immer relativ groß sind, ist man gut beraten, immer einen vollen Tank zu haben. Das Benzin in den USA ist noch immer relativ billig. Für 10,14 Gallonen habe ich 44,00 US $ bezahlt. Eine Gallone sind 3,79 Liter. 44 US Dollar sind umgerechnet 33,65 Euro. Somit hat 1 Liter Benzin 0,88 Euro gekostet und an der Küste haben wir teuer getankt. Im Landesinneren ist es noch um etliche Cent billiger.

Tanken in USA

Tanken in USA

Der Highway 1 windet sich im Zickzack vorbei an Solvang und der Vandenberg Air Force Base nach Lompoc. Da es in Lompoc ein Einkaufszentrum gab, blieben wir stehen, um Vorräte zu kaufen. Dort hoffte ich auch ein Fotogeschäft zu finden, in dem mir jemand mit meiner immer noch maroden Kamera hätte helfen können. Niemand kannte sich aus. So würde ich mich schön langsam mit dem Gedanken anfreunden müssen, einen Ersatz zu kaufen. Die Auswahl war allerdings nicht groß und so entschloss ich mich, mit dem Kauf bis am Abend zu warten. Santa Monica ist immerhin ein Vorort der Millionenstadt Los Angeles.

Suzie wollte uns dann über den Highway 1 South weiter nach Los Angeles schicken. Überall standen allerdings Hinweisschilder auf die Historic Route 1 South. So zwangen wir Suzie in die Knie und hielten uns einfach nach den Schildern, was sich als Goldrichtig herausstellte. So fuhren wir weiterhin im Hinterland auf der Landstraße und teilweise entlang des Meeres. Die Landschaft wechselte ständig. Mal gab es Sanddünen zu beiden Seiten der Straße, mal saftige Wiesen mit vielen Kühen. Als wir Ventura County, das etwa 60 km nördlich von Los Angeles liegt, erreichten, fanden wir mit Plastikfolie zugedeckte Felder vor. Natürlich bin ich sehr neugierig und wir blieben stehen, um festzustellen, was hier angebaut wird.

Erdbeerfelder in Ventura County

Erdbeerfelder in Ventura County

Welch freudige Überraschung! Erdbeeren soweit man sehen konnte. Wie ich später beim Googeln herausfand, lebt dieser Teil der USA hauptsächlich von der Landwirtschaft. Wir legten viele Kilometer mit dem Auto zurück, immer begleitet von riesigen Erdbeerfeldern. Drei Mal kann hier geerntet werden und laut Wikipedia beträgt der jährliche Erlös aus dem Verkauf von Erdbeeren 297,9 Millionen US Dollar. Außerdem sah man schon einige reife Orangen und Zitronen von den Bäumen hängen. Zitrusfrüchte und Avocados werden von hier aus hauptsächlich nach Japan und in die EU exportiert. Auch habe ich einen Bericht vom Berliner Großgemüsemarkt gelesen, wo auch kalifornische Erdbeeren per Flugzeug für den Verkauf eingeführt werden.

Mein Plan war es gewesen, entlang des Meeres nach Santa Monica einzufahren. Ich wollte unbedingt einmal in Malibu gewesen sein. Entlang der Straße sah man viele „Gyms“, wir würden sie eher Fitness Studios nennen. Eigentlich wollte ich hier irgendwo zum Strand und dort am besten ein wenig „abhängen“, einen Cocktail trinken und wenn ich rauchen würde, mir eine anzünden und was es sonst noch Verruchtes gäbe – das Typische halt, was einem so in den Filmen vorgegaukelt wird. Das sollte wohl nicht sein. Die schönen Strände sind alle abgesperrt und man muss einen hohen Eintrittspreis bezahlen. Den armen Peter ließen sie nicht mal den Restroom benützen und in diesem stark bewohnten Gebiet konnte er es auch nicht riskieren, einfach hinter eine Staude zu verschwinden. Sofort könnte man wegen sexueller Belästigung angeklagt werden. Deshalb suchten wir ein Hotel auf, wo es in der Lobby eine Möglichkeit zur Entleerung gab.

Villen mit Meerblick, Malibu

Villen mit Meerblick, Malibu

Wieder wollte uns Suzie auf den 3-spurigen Highway schicken, obwohl die tollen Villen uns von den Hängen herunter anlachten. Und wieder missachteten wir Suzie’s Anweisungen und zogen es vor, auf einer schmalen Bergstraße die Welt der Reichen zu erkunden. Zwischen Malibu und Santa Monica befand sich eine sehr vornehme Wohngegend. Ein Haus war toller als das andere. Doch irgendwann hatten auch wir von so viel Luxus genug und folgten dem Highway in die Stadt hinein. Unser Hotel lag in der Nähe des Santa Monica Piers.

Suzie leitete uns auf den Broadway, auf dem das Hotel Carmel By The Sea liegt. Das Hotel hatten wir dann auch bald gefunden, doch der Eingang lag ums Eck und kein Parkplatz weit und breit. Deshalb war ich auch sehr froh, das Schild vom Valet Parking zu sehen. So luden wir nur unser Koffer, Rucksäcke und die vielen Einkaufssäcke aus. Der Page musste sich gedacht haben, dass die Zigeuner ankommen. An der Front Desk fand wieder die übliche Routine statt, Voucher vorlegen und dafür Zimmerkarten erhalten. Ich fragte auch gleich, ob es in der Nähe ein Fotogeschäft geben würde.

Nachdem wir uns im Zimmer aklimatisiert hatten, machten wir uns auf dem Weg ins Fotogeschäft. Leider wusste der Verkäufer auch nicht, wieso sich der Auslöser nicht betätigen lies. Auch hier hatten sie keine Riesenauswahl an Fotoapparaten, aber da ich mir schon immer einen kleinen zum Einstecken kaufen wollte, entschloss ich mich doch eine Canon mit wenigsten 10-fach Zoom zu einem auch in Österreich üblichen Preis zu kaufen. Gleich wurden die Batterien geladen und die Speicherkarte getauscht.

So gerüstet, spazierten wir durch die nächtliche Fußgängerzone. Sie war mit vielen Lichtern beleuchtet. Straßenmusikanten gab es an jeder Ecke. Hier fand buntes Treiben statt. Da wir seit dem Frühstück nichts mehr zu essen hatten, knurrte unser Magen schon lautstark. Nach einigen Fehlversuchen fanden wir ein für alle passendes Lokal. Das Essen war herrlich. Leider wurde uns ein Tisch an einer sehr zugigen Stelle zugewiesen und so entschlossen wir uns, gleich nach dem Essen das Weite zu suchen und uns an unseren frisch gekauften Vorräten im Hotelzimmer zu erfreuen. Leider war es einfach zu spät für einen Spaziergang über den berühmten Pier von Santa Monica.

Bei meiner nächsten Reise in die Staaten darf ich auf keinen Fall vergessen, eine Leiter mitzunehmen. Alle Betten in USA sind sehr hoch, doch dieses schlug alle. Was noch zu bemerken wäre: Alle Matratzen waren sehr gut und luden direkt zum Schlafen ein.

Posted by FEgoesUSAwest 02:35 Archived in USA

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