A Travellerspoint blog

Tag 1

Der Tag hat mehr als 24 Stunden

sunny 5 °C

Heute hieß es früh aufstehen. Da es vom Flughafen Klagenfurt aus keinen Flug mehr nach München gibt, startete unsere diesjährige Novemberreise mit einer Anreise zum Flughafen Graz. Abfahrt 2:15 Uhr. Florian und Helmut haben in Sichtflug (krasser Nebel auf der Autobahn) uns sicher zum Flughafen Graz gebracht. Von dort aus startete die Maschine LH 2347 um 06:00 Uhr nach München. Das Flugzeug war total unterkühlt, da es ohne Decke auf der Rollbahn übernachten hatte müssen. Da der Flug so kurz war (50 Minuten) brauchten wir unsere Mäntel gar nicht auszuziehen. Zur Beantwortung des Fragebogens der Lufthansa über den Flug hätten wir auch noch einige Meilen gebraucht.
In der Stadt der Weißwürste haben wir uns mit Peter getroffen. Der Direktflug LH 458 nach San Francisco hebt um 16:00 Uhr ab. Gut, dass wir einen Nachtflug haben, denn so kommen wir hoffentlich ausgerastet um 19:15 Uhr (4:15 Uhr nächster Tag nach Kärntner Zeit/9 Stunden Zeitverschiebung) an.

Die erste Sicherheitskontrolle für USA haben wir hinter uns gebracht. Jetzt suchen wir uns ein schönes Lokal für ein Sektfrühstück, denn unsere Reise wollen wir ja prickelnd beginnen. Danach gibt es für Peter einen Weckruf. Er war schon am Vortag nach München angereist und hatte irgendwo in der Bahnhofsgegend übernachtet. Gegen Mittag würden wir uns mit dem Schweizer Gebirgsjäger treffen.

Freudige Umarmung! Mit wem? Na ja, Direkt nach den Sicherheitskontrollen fanden ein Lokal. Dort haben wir uns in exponierter Lage plaziert. Jetzt wissen wir allerdings nicht, ob Peter uns oder das Lokal gefunden hat. Pils und Aperol-Spritz gab es auch. Auf den Mittagstisch kommen Weißwürste. Mahlzeit!

Dann mussten wir nochmals durch die strengen Sicherheitskontrollen, damit wir in den US-Terminal kamen. Haben wir auch überstanden. Um 16:00 Uhr soll das Flugzeug starten und dann ab nach San Fransisco, wo wir nach 12 Stunden landen sollten. Noch immer am selben Tag, Donnerstag, 8. November 2012 etwa 19:00 Uhr. Deshalb: Heute hat der Tag mehr als 24 Stunden!

Als wir durch den letzten Sicherheitscheck durch waren, wo ich noch in einem stillen Kämmerchen meinen Geldgürtel ablegen musste, sahen wir schon unsere Maschine am Eingangsrohr hängen. Sie war gerade angekommen und die Passagiere stiegen aus. Sofort wurde sie an alle möglichen Kabel und Schläuche angehängt und eine gut einstudierte Routine begann. Dreck entleeren, auftanken und frische Lebensmittel und so weiter nachfüllen. Doch dieser Vorgang wurde plötzlich unterbrochen. Die Maschine angehängt und Richtung Hangar geschleppt. Nach kurzer Zeit wurde sie wieder an ihren Ausgangsplatz gebracht. Welcher Reparatur sie sich unterziehen musste, wurde uns nicht mitgeteilt, jedoch startete unser Flug Richtung San Fransisco pünktlich um 16:00 Uhr.

Der Airbus 340/600 ist toll. Der Sitzabstand ist etwas geräumiger als in den sonstigen Maschinen. Die 6 recht großen Toiletten befinden sich im Keller der Maschine. Das Treppensteigen ist nach dem langen Sitzen jedes Mal eine Wohltat. Außerdem gibt es dort auch eine kleine Bar, wo man jederzeit ein Glas Coke, Wasser oder O-Saft trinken kann und Bretzel und Schokolade gibt es auch für die ganz Hungrigen. Unsere Sitzplätze waren direkt am Abgang und so hatten wir auch nach hinten keinen Nachbarn, der sich aufregte, wenn wir unsere Lehnen nach rückwärts schoben.

Die Maschine hob Richtung Norden ab. Über Island und Grönland lag viel Eis unter uns. Der Sonnenuntergang über dem Wolkenmeer war toll. Es sah so aus, als ob sich die Sonne wie ein Lavastrom über die Wolken ergoss. Bald wurde es dämmrig. Kurz vor Vancouver sah man, dass die Rocky Mountains auch schon schneebedeckt sind. Wir versuchten jedoch so gut es ging, Schlaf zu finden und unter die Decke gekuschelt fanden wir schnell Ruhe.

Sonnenuntergang über Grönland

Sonnenuntergang über Grönland

In San Francisco gelandet, mussten wir alle Einreiseformalitäten erledigen. Bis 72 Stunden vor der Einreise muss man sich schon über Internet mit einem ESTA-Formular registrieren lassen. Dies hatten wir gemacht und das Zollformular im Flugzeug ausgefüllt. Wir hatten Glück, dass die meisten Passagiere US-Bürger waren und so standen nicht viele Ausländer vor uns, die ebenfalls in die USA einreisen wollten. Die Befragung war eher kurz und ich hatte nicht damit gerechnet, so schnell die bürokratischen Hürden überwinden zu können.

Die Koffer fanden wir auch gleich am Band – ebenso das Schild, das uns zu unserem Mietwagen führen sollte. Mit der Flughafenbahn fuhren wir etwa 10 Minuten bis zu einer großen Halle, in dem wohl alle Mietwagenfirmen ihre Schalter hatten. Der Beamte bei Alamo hatte schon einen Vertrag für uns vorbereitet und übergab uns auch das Navigationsgerät. Die Sprache wurde sofort auf Deutsch umgestellt. In der angeschlossenen Tiefgarage konnten wir uns einen Mietwagen der Kategorie Full-Size aussuchen. Zur Auswahl standen mehrere Chevis, ein VW-Passat und ein Toyota. Peter wollte die Amis nicht und ich nicht den Japaner. Übrig blieb ein verlässlicher Deutscher, mit dem wir es gut getroffen hatten. Der Kofferraum bot Platz für unsere Ungetüme und die Rucksäcke und Wintermäntel. Der Innenraum bot viel Fußfreiheit.

Mit dem Navi sollten wir eigentlich schnell ins Hotel finden, das nur einige Kilometer vom Airport entfernt lag. Ich hatte so ein Gerät noch nie bedient. Gut, dass Margret alle technischen Geräte zum Laufen bringen konnte. Ich hatte bereits zu Hause eine Mappe mit vielen wichtigen Informationen zusammengestellt. Hier fanden wir auch sofort die Adresse unseres Hotels und konnten so unsere“ Suzie“ mit allen nötigen Informationen füttern. Suzie wurde im Verlauf der Reise eine geliebte Reisebegleiterin. Für das Erste fragte ich allerdings den Wächter am Schranken, wie wir am besten zur US 101 North kommen würden. Das Steuer des Automatikwagens hatte ich übernommen, die Navigation Margret. Es sollte sich später herausstellen, dass dieses Duo so sehr gut funktionieren würde und alle Ziele fast fehlerlos erreicht werden konnten.

In der Dunkelheit konnten wir zwar von der Großstadt San Fransisco nicht mehr viel sehen, doch war die nächtliche Skyline sehr imposant. Nach kurzer Zeit hatten wir auch schon das Hotel Metropolis erreicht. In der Hotelbeschreibung stand, dass sich neben dem Hotel ein Parkplatz befinden würde. So leicht ist es sonst nicht, in einer Großstadt einen Parkplatz zu finden. Wir luden die Koffer aus und gingen zur Rezeption. Dort legte ich den ersten Voucher vor und löste ihn gegen zwei Schlüsselkarten für zwei Zimmer für zwei Nächte ein. Die nette Dame gab uns eine Bestätigung für unseren Autoschlüssel und das Auto wurde für uns sicher abgestellt.

Unsere Ankunft wollten wir gebührend feiern. Margret hatte einen Carlos eingepackt und mit ihm konnte auf eine gute Reise angestoßen werden. Eigentlich war es ja schon 6:00 Uhr morgens in Kärnten. Deshalb rief ich auch gleich meine Mutter an und teilte ihr mit, dass wir gut angekommen waren. Um die Zeitumstellung leichter und schneller zu überwinden, entschlossen wir uns noch die nähere Umgebung des Hotels auszukundschaften. Am nächsten Morgen sollten wir ja schon um 9:00 Uhr im Tourbus sitzen. Jetzt mussten wir noch die Haltestelle der Straßenbahn suchen, die uns zum Pier 41 bringen sollte.

Genau ums Eck vom Hotel lag sie. Auf dem Weg dorthin sahen wir viele Menschen, die schon ihr Nachtquartier auf der Straße bezogen hatten. Eigentlich fing unsere Reise so traurig an. An keiner anderen Stelle unserer Reise fiel uns die Armut so auf, wie in San Fransisco.

Bei uns meldete sich der Magen. Eigentlich war es Zeit zum Frühstücken. Wir hatten auf unseren Weg eine Pizzabude gesehen. Wir gingen dorthin und bestellten eine – wie für Amerika üblich – XXL-Pizza. Schnell kauften wir eine Flasche Wein und eine Dose Bier dazu und das ungewöhnliche Frühstück-Abendessen auf der anderen Seite der Welt konnte beginnen. So eine köstliche Pizza hatte ich schon lange nicht mehr gegessen. Der kalifornische Wein ist ja bekanntlich auch sehr gut. Wir durften nur nicht vergessen unsere Uhren umzustellen und einen Wecker zu stellen.

Pizza Pie

Pizza Pie

Good Night Amerika! Guten Morgen Österreich!

Für Flo: Pyramide in Kühlung nicht vergessen. Danke für den angenehmen Transport. Bis später.

Der Tag hatte heute ja tatsächlich mehr als 24 Stunden gehabt!

Posted by FEgoesUSAwest 02:18 Archived in Germany

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