A Travellerspoint blog

Tag 18

Heimat hat uns wieder

sunny 7 °C

Von Irgendjemandem wurde ich sanft geweckt. Margret gab mir ein Feuchttuch, das die Flugbegleiterin gerade vorbeigebracht hatte. Katzenwäsche war angesagt. Etwas wurden dadurch meine Lebensgeister wieder geweckt. Es war Zeit für das Frühstück. Um 5:40 Uhr Mitteleuropäischer Normalzeit landeten wir am Flughafen Frankfurt. Auch der ist riesengroß. Da muss man immer eine Weltreise machen, um zur Gepäckausgabe zu kommen. Bald hatten wir alle Koffer. Peter würde um 8:00 Uhr von hier aus nach München fliegen und von dort mit dem Zug nach Hause fahren. Wir Kärntner hingegen mussten bis 8:35 Uhr auf unseren Flug nach Graz warten.

Da uns noch Zeit bis zum Abflug blieb, entschlossen wir uns, einen guten europäischen Kaffee zu trinken. Wir blieben im Bereich des Ankunftsterminals, denn hier würden sich unsere Wege dann trennen. Wir fanden ein nettes Plätzchen mit einem sehr höflichen Kellner. Der Laden war gerade dabei, geöffnet zu werden. Der Kaffee schmeckte köstlich. Ein amerikanisches Ehepaar, das auch mit unserem Flieger angekommen war, nahm auch Platz. Der schnudelige Mann in kurzen Hosen und Ruderleibchen wusste schon nicht, was er bestellen sollte. Seine Frau tat sehr vornehm. Der Kellner bediente sie freundlich auf Englisch. Der gute Kaffee schmeckte ihnen nicht, wie denn? Die Amerikaner sind zum Großteil keinen echten Kaffee gewöhnt, sondern nur eine dünne Suppe. Er beschwerte sich sofort bei der Chefin, dass die Bedienung sehr unfreundlich gewesen sei und dass er für unhöfliche Bedienung und schlechten Kaffee nicht gewillt ist, etwas zu bezahlen und zog von dannen. Das war eine tolle Begrüßung in „Good Old Europe“. Wir lachten und scherzten mit der Belegschaft, um sie wieder aufzuheitern. Es gibt eben solche Leute, die überall anecken.

Leider mussten wir uns von Peter verabschieden, der uns 18 Tage lang begleitet hatte. Wie immer, war es wieder schön mit ihm gewesen und bestimmt nicht die letzte Reise, die wir mit einander gemacht haben. Mit traurigem Blick und hängenden Kopf verließ uns Peter Richtung Abfluggate. Wir mussten in die andere Richtung. Eine kleine Schaar von Menschen hatte sich vor unserem Gate versammelt. Die Propellermaschine nach Graz war schon startklar. Wir stiegen ein und wenige Minuten später waren wir in der Luft. Vor dem Abheben konnten wir noch einen Blick auf den Airbus 380 werfen. Es ist schon ein gewaltiges Flugzeug. Irgendwann werden auch wir die Möglichkeit haben, mitzufliegen. Aber vorerst reichte uns auch der „Rasenmäher“, wie Seppi die kleine Propellermaschine zu nennen pflegte.

Nach etwa einer Stunde landeten wir in Graz. Das Gepäck kam schnell – wir waren nur wenige Passagiere gewesen. Vom Flugzeug aus konnten wir sehen, dass die Gipfel der Alpen schneebedeckt waren. In der Ebene rund um den Flughafen war es noch grün. Als wir vor das Flughafengebäude traten, sahen wir auch schon Helmut. Sein Schwager und er holten uns am Airport ab. Es war schön, wieder bekannte Gesichter zu sehen. Herzlich wurden wir umarmt. Das Gepäck wurde im Kofferraum verstaut. Schnell verging die Fahrt über die Park, denn wir hatten viel zu erzählen.

Früher als gedacht, wurde ich vor der Haustüre abgeliefert. So schnell hatte mich keiner zurückerwartet. Freudig wurde ich von meiner Mutter empfangen. Die Kärntner Sonne schien, der Himmel war tiefblau und die Temperatur für November angenehm warm. Herzlich war die Verabschiedung von Margret. Sie war das erste Mal auf einer großen Tour mitgewesen – ich glaube, dass es sicher nicht das letzte Mal gewesen ist.

Peter meldete sich am Abend. Auch er war gut nach Hause gekommen. Jetzt musste er wieder alleine seinen Aperitif einnehmen. Sicher würde es nicht lange dauern, bis wir gemeinsam die nächste Reise unternehmen würden.

Posted by FEgoesUSAwest 02:51 Archived in Austria

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