A Travellerspoint blog

8. Tag

Heliflug zum Grand Canyon

overcast 19 °C

Heute war wieder etwas früher Tagwache. In diesem Hotel gibt es gratis Internet im Zimmer und so konnten wir unsere Mails abrufen und unseren Lieben nach Hause auch einige schreiben. Ich konnte mein Tagebuch etwas vervollständigen (also auch wieder auf den vergangenen Tagen etwas blättern) und einige Bilder hochladen.

Nach einem Kaffee im Zimmer aus der Kaffeemaschine, entdeckten wir in unserer Hotelhalle, dass es Übernacht Weihnachten geworden war. Die Handwerker waren gerade dabei, große Kränze mit roten Maschen in die Fenster zu hängen und einen riesigen Christbaum zu schmücken. Vor der Tür entschlossen wir uns, einen kurzen Spaziergang zum südlichsten Ende des Strip zu machen.

Hotel New York New York bei Tag

Hotel New York New York bei Tag

Vorbei am Hotel New York New York gelangten wir zum Excalibur. Auf Laufbändern wird man durch das Hotel transportiert. Zu viel Bewegung ist wohl ungesund.

Hotel Excalibur bei Tag

Hotel Excalibur bei Tag

Am Ende des Strip liegt der Hotelkomplex Luxor mit 4.408 Zimmern alle im ägyptischen Stil. Sehenswert ist die Architektur im Innern der schwarzen, 107 m hohen Glaspyramide, in der es alleine schon 2.500 Zimmer gibt, die man über 16 schräg verlaufende Aufzüge erreichen kann. Die Hotelauffahrt führt geradewegs in den Bauch der Sphinx. Dann gab es wieder einen Hürdenlauf zum Überqueren der Straße.

Hotel Luxor, Las Vegas

Hotel Luxor, Las Vegas

Da unser Busticket noch gültig war, entschlossen wir uns bis zum Hotel Circus Circus zu fahren und dort das Frühstücksbuffet zu genießen. Die Preise in Vegas sind in den letzten 8 Jahren seit meinem letzten Besuch enorm angestiegen. Aber dieses Buffet war sehr reichhaltig und leistbar. Über Eier und Speck, Kartoffel, Waffeln mit Erdbeeren und Schlag, Pancakes mit Ahornsirup und Donuts.

Danach hatte unser Busticket gerade noch Gültigkeit, dass wir bis zum Belagio zurückfahren konnten. Wer in Vegas ist, sollte es nicht versäumen, dort reinzuschauen, welche Kunstwerke die Gärtner anfertigen können. Das Hotel war mit Kürbissen aller Art dekoriert für den bevorstehenden Thanksgiving Day. Der Weg zum Hotel war von dort aus kurz. Wir konnten uns noch ein paar Stunden Ruhe gönnen, bevor wir beim Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht werden würden.

Hotel Belagio geschmückt für Thanksgiving Day

Hotel Belagio geschmückt für Thanksgiving Day

Unser Hubschrauberflug über Hoover Dam, Lake Mead und Grand Canyon sollte um 2:10 pm beginnen und dann so enden, dass wir über das nächtliche Las Vegas zurückfliegen würden. Pünktlich wurden wir auch abgeholt und zum McCarran International Airport gebracht, wo auch der Heliport untergebracht ist. Vorerst musste jeder auf die Waage, denn beim Hubschrauber zählt das mitgeführte Gewicht. Er muss genau austariert werden, um gut fliegen zu können. Da es im Helikopter keine Flugbegleiterin gibt, die die Sicherheitsvorkehrungen vorführen kann, wurde uns vor dem Abflug ein Film gezeigt, wie man sich in einer Notsituation verhalten soll. Dann wurden wir mittels verschieden färbiger Bänder in Gruppen zu jeweils sieben Personen eingeteilt.

Heli USA

Heli USA

Mit dem Kleinbus wurden wir auf das Flugfeld gebracht. Dort empfing uns ein netter, älterer Herr. Er verstand sogar ein bisschen Deutsch, da er während seines Militärdienstes in Deutschland stationiert gewesen war. Er machte die Sitzeinteilung. Auf dem Rückflug würde Peter vorne bei ihm sitzen. Dafür, dass er eigentlich gar nicht mit wollte, hatte er das große Los gezogen. Bevor wir einsteigen durften, mussten wir uns die Schwimmweste umschnallen, denn wir würden auch über Wasser fliegen. Zwei zueinander gewandte Sitzreihen befanden sich im Fonds des Helis. Dort bekam ich einen Fensterplatz zugewiesen.

Leider war das Wetter nicht so schön – zumindest hatten wir keinen strahlend blauen Himmel. Aber die Sicht nach unten war recht gut. Wir hatten alle noch einen Kopfhörer bekommen und konnten uns so trotz der starken Lärmentwicklung des Propellers miteinander verständigen. Der Pilot erklärte immer wieder wo wir seien. Dann lief ein Tonband mit Erklärungen auf Deutsch. Es war jedoch viel lustiger den Piloten zuzuhören, denn er erzählte immer wieder auch Anekdoten aus seinem Fliegerleben.

Schnell hatten wir die Stadt verlassen und flogen außerhalb über die Villenviertel. Dort wo bewässert wird, gibt es Leben und Grün, danach lag wieder die kahle Wüste unter uns. Die Berge erreichten auch eine beträchtliche Höhe. Angeblich leben hier auch Tiere. Bald erreichten wir das 885 km lange Ufer des Lake Mead. Der See ist das Ergebnis aus dem Aufstau des Colorado Rivers durch den Bau des Hoover Dams im Jahre 1936.

Lake Mead

Lake Mead

Die Staumauer hat eine Höhe von 221 m und eine Länge von 379 m. Mitten auf der Mauer verläuft die Grenze zwischen den Bundesstaaten Nevada und Arizona und auch die der Zeitzone. Bis zur Vollendung des Bypasses im Jahre 2010 war dies die einzige Möglichkeit in dieser Gegend den Colorado River zu überqueren.

Hoover Dam mit Bypass

Hoover Dam mit Bypass

Bald danach erreichten wir die steilen Abhänge des Grand Canyon und tief unten floss der Colorado River. Vor über 60 Millionen Jahren verschoben sich in diesem Gebiet zwei Erdplatten und der Fluss suchte sich einen neuen Weg. Über Jahrmillionen schnitt sich der Fluss immer durch die verschieden weichen und harten Gesteinsschichten nach unten. So kann man heute schön die verschiedenen Schichten unserer Erdkruste sehen. Einen besonders schönen Blick in die Tiefe des Canyons hat man vom neuerrichteten Skywalk aus, den wir auch vom Heli aus sahen. Viel aufregender jedoch war bestimmt unser Flug, der uns richtig tief in den Grand Canyon hinein bis zur Grand Canyon Ranch führte, wo aufgetankt werden musste.

Grand Canyon vom Heli aus

Grand Canyon vom Heli aus

Da das Wetter nicht so schön war, wurde es nach der Wiederaufnahme unseres Fluges schon etwas dämmrig. Die Sonne stand tief. Ich konnte mich nicht entscheiden, was röter leuchtete, der Lake Mead oder die Wolken am Himmel – ebenfalls ein selten schönes Naturschauspiel.

Sonnenuntergang im Canyonland

Sonnenuntergang im Canyonland

Das Lichtermeer der Stadt konnten wir schon von weitem sehen. Die großen Hotels überragten natürlich die Wohngebiete. Nur kurz dauerte der Flug vom Stratosphere Tower über den 6,8 Kilometer langen Strip zum Mandaly Bay Hotel, das gegenüber dem Flughafen liegt.

Vegas by night

Vegas by night

Wow! und nochmals wow! Einfach ein wunderschönes Erlebnis. Jeder Cent hat sich gelohnt. Wir waren etwa 1,5 Stunden mit dem Heli unterwegs. Nachdem wir die Schwimmwesten wieder abgelegt hatten, bestiegen wir den Bus, der uns ins Hotel zurückbrachte.

Unseren Abschlussabend in Vegas wollten wir mit einem guten Essen krönen. So genossen wir nochmals ein Steak. Einen Dollar hatte ich auch noch für den Automaten übrig, den ich im Namen meiner Mutter verspielte. So schnell sind die aufregenden Tage in der Spielerstadt Las Vegas vergangen.

Posted by FEgoesUSAwest 02:40 Archived in USA

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